Powerline

Powerline – Breitband aus der Steckdose

Bei Powerline handelte es sich ursprünglich um eine alternative Breitband-Technologie, die dem Nutzer einen Internet-Zugang über die Steckdose ermöglichte. Der Anbieter, , vorwiegend ein Energie-Unternehmen, stellte dabei eine Verbindung zwischen einem Internet-Backbone und dem Endkunden über das Stromnetz her. In Deutschland kam die Technologie allerdings nicht über erste Pilotprojekte hinaus, an denen sich in den frühen 2000er Jahren die großen deutschen Energiekonzerne beteiligten.

Heute wird Powerline eher als Ergänzung zu einer vorhandenen Breitband-Leitung genutzt. Zum Beispiel dient die Technologie innerhalb eines Heim- oder Firmennetzwerkes zur Datenübertragung und wird mithilfe von Adaptern realisiert. Der Adapter wird dabei einerseits mit dem Stromnetz, andererseits mit einem Endgerät wie einem PC, Fernseher oder Drucker verbunden. Er moduliert das ausgehende Signal, dieses wird über die Stromleitung übertragen und von einem anderen Adapter wiederum demoduliert und als Information an ein anderes Endgerät gesendet. Mit Powerline können Daten so über größere Distanzen als z.B. mit einem WLAN Router übertragen werden. Verschiedene Hersteller bieten hierfür Powerline-Adaptersets an.

Als alternative Breitband-Technologie kam Powerline in Deutschland nicht über das Versuchsstadium hinaus und wurde lediglich in fünf deutschen Städten im Rahmen von Pilotprojekten getestet. Die Gründe dafür liegen im technischen Bereich, weil ein Stromnetz erst entsprechend aufgerüstet werden muss und für die Datenübertragung eine hohe Megahertz-Frequenz benötigt, während das Stromnetz mit 50 Hertz läuft. Die Aufrüstung des Stromnetzes zu Sendeantennen hat aber zur Folge, dass deren Signale andere Funkdienste wie von Polizei, Feuerwehr oder Amateur-Funkern stören.

Aufgrund dieser Funksignal-Störungsproblematik entschied der Bundesrat im Jahre 2001, dass Powerline keine Funkdienste stören darf. Dementsprechend führte die Regulierungsbehörde für Telekommunikation & Post (RegTP) noch im gleichen Jahr sehr strenge Grenzwerte ein, die als Nutzungsbestimmung 30 (NB 30) bekannt, aber aufgrund ihrer zu starken Strenge von der EU bald wieder gekippt wurde. In der Folge sollte sie 2003 von weiteren Verordnungen abgelöst werden, Grundproblem bei der Regulierung waren immer wieder auftretende Störstrahlungen von Powerline Versuchsnetzen, die festgelegte Grenzwerte für Elektronsmog nicht einhalten konnten. Details zur Thematik: ralf-woelfle.de.

Die vier großen Energiekonzerne E.ON, RWE, EnBW und MVV begannen im Jahre 2000 optimistisch mit dem Aufbau von Powerline-Angeboten und rüsteten ihre Stromnetze in einigen Städten als Pilotprojekte auf. So startete die Avacon AG, eine Tochterfirma von E.ON in der Stadt Helmstedt ein Pilotprojekt, das aber schon nach kurzer Zeit im Dezember 2001 aufgegeben wurde. Nach Angaben von E.ON waren die von der RegTP vorgeschriebenen Grenzwerte zu gering, wodurch die Entwicklung einer technisch einwandfreien Powerline-Lösung zwei Jahre in Anspruch genommen hätte.

Neben E.ON, RWE und EnBW hatte auch das Mannheimer Energie-Unternehmen MVV Energie unter den Namen Vype in seiner Heimatstadt einen Internet-Zugang aus der Steckdose eingeführt. Das Unternehmen konnte 85.000 Haushalte an das Powerline-Netz anschließen aber aufgrund einer zu geringen Resonanz, nur 4.500 Kunden für die Technologie gewinnen.

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